Netzsteuerungstester macht netzdienliche Steuerung auf Seiten der Kundenanlage testbar
Mit dem SPiNE Netzsteuerungstester lässt sich erstmals zuverlässig nachweisen, ob eine netzdienliche Steuerung nach §14a EnWG und § 9 EEG auch tatsächlich bei der Kundenanlage ankommt. Das hilft Endkunden, Installateuren und den zuständigen Netzbetreibern gleichermaßen.
Seit dem 1. Januar 2024 sind Verteilnetzbetreiber und Messstellenbetreiber verpflichtet, sowohl steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG als auch Erzeugungsanlagen nach § 9 EEG ans Netz zu bringen und deren netzdienliche Steuerung sicherzustellen. Ein Blick auf den Hintergrund zeigt, warum das Thema gerade jetzt an Relevanz gewinnt: Der SMGW-Rollout hat mittlerweile rund 4 Mio. verbaute Gateways erreicht, ein erheblicher Teil davon als Pflichteinbaufall für PV-Anlagen und steuerbare Verbrauchseinrichtungen – also genau die Fälle, für die netzdienliche Steuerung vorgeschrieben ist. Bisher war der eigentliche „Steuer-Rollout“ – die zusätzliche Steuerbox – oft der Flaschenhals und lieferte Anlagenbetreiber/innen eine bequeme Ausrede, sich um die lokale Steuerfähigkeit noch nicht zu kümmern. Das dürfte sich ändern: Führende SMGW-Hersteller wie PPC und Theben haben auf Basis der neuen TR-03109-1 Lösungen für „Steuern aus dem Gateway“ entwickelt – künftig soll die Funktion auch per Software-Update für bereits verbaute, zertifizierte Geräte im Feld nachgerüstet werden können.
Diese Entwicklung dürfte den „Steuer-Rollout“ massiv beschleunigen. Und es bringt eine Frage auf die Tagesordnung, die bisher zu selten gestellt wird: Woher weiß man eigentlich, dass die Steuerung am Ende auch wirklich bei der Anlage ankommt?
Steuerbar sein reicht nicht – man muss es auch nachweisen können
Als Anlagenbetreiberin oder Anlagenbetreiber ist man gesetzlich verpflichtet, seine Anlagen steuerbar zu machen. Die Steuerbarkeit wird über zwei Mechanismen vergütet bzw. mit Vorteilen verbunden:
- Wer eine steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG betreibt, etwa eine Wärmepumpe oder Wallbox, erhält reduzierte Netzentgelte. Das ist unter anderem ein Ausgleich dafür, dass die Anlage zeitweise mit gedrosselter Leistung laufen kann.
- Bei Erzeugungsanlagen nach § 9 EEG, etwa einer Solaranlage, entfällt durch die Steuerbarkeit die sonst geltende pauschale Einspeisebegrenzung von 60% der Anlagenleistung.
Beide Fälle haben jedoch dieselbe Herausforderung: Man kann als Anlagenbetreiberin oder Installationsbetrieb nie wirklich sicherstellen, dass eine Anlage im Ernstfall auch tatsächlich steuerbar ist. Man verkabelt und verbindet alles nach Anleitung und hofft, dass es passt.
Eine Möglichkeit, das vorab zu prüfen, wäre ein Testsignal beim Verteilnetzbetreiber anzufragen. In der Praxis ist das aber kaum vorgesehen. Die Prozesse der Netzbetreiber sind auf den automatisierten Regelbetrieb ausgelegt, nicht auf spontane Einzelanfragen. Bleibt eine Anlage also ungetestet, zeigt sich das oft erst beim jährlichen Steuerbarkeitscheck.
Wenn der Netzanschlusspunkt dabei nicht auf Steuerbefehle reagiert, geht der Netzbetreiber davon aus, dass die Anlage nicht steuerbar ist. Das kann Strafen zur Folge haben. Auch die Vergünstigung, also die reduzierten Netzentgelte oder die aufgehobene Einspeisebegrenzung, kann dann wieder entzogen werden.

Der Netzsteuerungstester setzt genau hier an
Der SPiNE Netzsteuerungstester, eine Anwendung auf dem EnergyLink One, setzt genau an dieser Schnittstelle an: der Übergabe zwischen SMGW bzw. Steuerbox auf der einen und der Kundenanlage auf der anderen Seite. Das intelligente Messsystem gibt ein EEBUS-Signal aus, die Kundenanlage muss es umsetzen. Beide Seiten davon lassen sich mit dem Netzsteuerungstester überprüfen.
Kommt das Signal korrekt aus dem SMGW bzw. der Steuerbox heraus? Die gemessenen Leistungswerte werden fortlaufend visualisiert, Steuersignale sind darin klar als Einschnitte erkennbar. So lässt sich jederzeit nachvollziehen, ob und wann tatsächlich ein Signal ausgegeben wurde.
Setzt die Kundenanlage bzw. das HEMS das Signal auch korrekt um, wird die Leistung also tatsächlich reduziert? Das lässt sich auf zwei Wegen prüfen: durch die Protokollierung echter Steuervorgänge – die in der Praxis aber selten sind – oder, und das ist der eigentliche Clou, durch das gezielte manuelle Auslösen von Testsignalen über die im Netzsteuerungstester hinterlegten Regler für LPC (§14a EnWG) und LPP (§9 EEG). So lässt sich schon bei der Erstinstallation prüfen, ob die Anlage reagiert, unabhängig davon, ob bis dahin überhaupt schon ein echtes Steuersignal aufgetreten ist.

Netzdienliche Steuerung testen und protokollieren
Jeder Vorgang – ob echtes Signal oder simulierter Test – wird für zwei Jahre protokolliert und gespeichert. Damit entsteht für alle Beteiligten ein belastbarer Nachweis: dass das Signal korrekt aus dem SMGW bzw. der Steuerbox kam, und dass die Anlage es auch tatsächlich umgesetzt hat – auch beim jährlichen Steuerbarkeitscheck genügt dafür ein Blick ins Protokoll.
Technisch braucht der Netzsteuerungstester für die manuelle Testauslösung keine Verbindung zu einer echten Steuerbox. Er schreibt die EEBUS-Steuersignale selbst in das SPiNE Datenmodell. Dort werden sie wie echte Signale behandelt, an die Anlage weitergegeben und protokolliert.
Die Anlage muss dafür auch kein eigenes EEBUS sprechen. Zwei Wege sind möglich: entweder wird das Signal an ein zwischengeschaltetes Energiemanagementsystem übergeben, egal ob Cloud oder lokal. Oder die Anlage wird ganz ohne HEMS über unsere SPiNE Direktsteuerung angesteuert, quasi als „HEMS-Light“. Beide Wege machen den Test unabhängig vom Hersteller der Endgeräte.
Vorteile für Installateure und weitere Partner
Beim Termin zur Erstinstallation vor Ort lässt sich direkt der erste Test durchführen und prüfen, ob die Anlage physisch und softwareseitig korrekt verbunden ist. Jeder weitere Test lässt sich anschließend remote auslösen, ohne dass ein erneuter Vor-Ort-Termin notwendig ist. Auch das Ergebnis lässt sich remote abrufen.
Daraus ergeben sich für Installateure mehrere Vorteile:
- weniger Aufwand für reine Kontrolltermine
- ein Nachweis, der jederzeit abrufbar ist
- eine belastbare Antwort auf Rückfragen des Netzbetreibers zur Steuerbarkeit
Auch unsere Partner profitieren von unserem Test auf netzdienliche Steuerung. Bei Solvis ergänzt der Netzsteuerungstester die bestehende Konnektivität für Wärmepumpen ohne eigene EEBUS-Implementierung um die Möglichkeit, die Steuerung direkt bei der Erstinstallation zu prüfen und auch später jederzeit erneut zu testen. Gemeinsam mit CleverPV ergänzt SPiNE die Cloud-HEMS-Lösung ebenfalls um diese Testbarkeit. So können Partner und ihre Kundinnen und Kunden nicht nur die notwendige Verbindung zur Anlage herstellen, sondern auch jederzeit überprüfen und nachweisen, dass Steuersignale tatsächlich bei der Anlage ankommen und verarbeitet werden.
